Samstag, 27. Mai 2017

Armin Risi und die Zeugen Darwins




"Die Evolutionstheorie ist eine weltweit anerkannte Theorie, nicht, weil sie bewiesen werden könnte, sondern, weil sie die einzige Alternative zur Schöpfung ist, an welche wir nicht glauben wollen." (Prof. Dr. James Dewey Watson) –

Die Entscheidung, sich auf die weltanschauliche Seite der Wissenschaft zu schlagen, liegt in der Tat nicht in der stringenten Überzeugungskraft ihrer "Theorien". Sie ist für viele Menschen mehr eine Art moderner Abwehrzauber, um sich über das Grundverstörende dieser angst- und schmerzdurchzuckten Natur zu beruhigen. Der Anmutungscharakter dieser Natur erinnert doch auf den ersten Blick eher an ein Vernichtungslager als an ein selbstloses Geschenk Gottes. Eine Welt ohne "Gott" verheißt dem Wissenschaftsgläubigen also vor allem: Was immer diese Natur für uns Menschen an Zumutungen und Schmerzen bereithält, – Altern zum Tode hin, Krankheiten, Naturkatastrophen, etc. — zumindest kann man dabei als Mensch nicht gemeint sein! Das schafft im Inneren Entlastung und nach Außen Handlungsspielräume für das anthropologische Interesse.



Die "wissenschaftliche" Distanzierung gegenüber der bloßen Möglichkeit einer intelligenten, liebenden Schöpfungsinstanz ist (trauma-)psychologisch durchaus nachvollziehbar. Das erklärt auch, warum diese "gottlosen Gottesfürchtigen" bei ihrem "schlagendsten" Argument gegen Intelligent Design mehr als (Krypto-)Theologen, denn als Evolutionstheoretiker auftreten:


"...keine Frage, dass der Hinweis auf planerisch unsinnig erscheinende Sachverhalte in der Natur – Rudimente, Atavismen, Rekapitulationen, (ungewöhnlich wirkende) Homologien allgemein, sonstige 'suboptimale Designs', aber gerade auch Krankheit, Tod und Schmerzen – seit jeher ein Kernargument, ziemlich sicher sogar das stärkste Argument überhaupt, gegen Planung und (indirekt) für Evolution war."
M. Rammerstorfer: Nur eine Illusion? Biologie und Design, Tectum Verlag 2006, S.68.

„Solche Argumente beruhen auf bestimmten Vorstellungen der „planenden Instanz“. Ob und wie sie treffen, hängt von dem Konzept ab, das man selbst von der planenden Instanz und ihrem Handeln hat. Ist es beispielsweise ein Problem, wenn ein Löwe seine Zähne in ein Gnu versenkt? Ein Parasit seinem Wirtstier Probleme bereitet? Wenn in diesem Bereich für Evolution und gegen Planung argumentiert wird, so ist zu beachten, dass diese Argumente theologischer Natur sind."

M. Rammerstorfer: Nur eine Illusion? Biologie und Design, Tectum Verlag 2006, ebd.
Die Zeugen Darwins

Die theistische Sichtweise nach Risi (der ich selbst zuspreche) bleibt daher noch eine  Erklärung schuldig, warum (Vernichtungs-)Angst und biologisch exprimierter "Energievampirismus" auf diesem Planeten eine so eminente Rolle spielen. Der Parasit, der sein Wirtstier bei lebendigem Leibe von Innen auffrisst, soll im Sinne einer ursprünglich wohlwollenden Ursprungsintelligenz und ihrer Schöpfungsblaupause sein?! Dann wäre ihre "Liebe" wohl nur ein grausames Missverständnis. So was kann man in der Tat nicht guten spirituellen Gewissens glauben, ohne dabei sein Herz zu einer Mördergrube zu machen. Es schlägt dem berechtigten Glauben an eine wohlwollende Schöpfungsintelligenz mit eiserner Faust ins Gesicht.

Dieser weltanschauliche Riss geht auch durchs theistische Herz. Er verschiwndet nicht, wenn er durch seichte New Age Doktrinen dem spirituellen Bewusstsein entzogen wird. Wir sind also angehalten, uns ehrlich zu machen und ohne spirituelle Manschetten nach dem tieferen Ursprung unserer gebrochenen Herzen zu forschen. Unbeeindruckt davon, zu welchen "monströsen" Einsichten wir dabei gelangen könnten. Vertrauen in "Gott" bedeuten nicht, dass wir vor unseren Weltfremdheitsgefühlen davonlaufen und dafür mit einer Realitätsfremdheit "auf Wolke 7" zahlen, die weder uns noch anderen auf dem Weg in eine lichtere Zukunft hilft.

Unsere Welt ist auf eine derart "opake" (undurchsichtige) Weise per-vertiert worden, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Die Verschwörung mag für viele bei ‚Z wie Zentralbank‘ enden. Nach meiner Überzeugung hat sie aber schon bei ‚A wie Atom‘ begonnen, noch bevor wir als schnelle Eingreiftruppe „Gottes“ dem Hilferuf dieses Planeten folgten.

Die Einführungstexte von Ashayana Deane werde ich daher nicht von diesem Blog entfernen, wie es mir ein um mein Seelenheil besorgter, evolutionsgläubiger Exopolitiker einmal angeraten hat. Sie bleiben dort, wo sie sind. Ganz oben. Sie beleuchten die wesentlichen systematischen und historischen Aspekte, um den Ursprung jenes weltanschaulichen Risses zu verstehen, der durch alle menschlichen Herzen geht. Erst wenn er verstanden ist, wird er sich wieder schließen können.

Die "Narben", die uns davon bleiben, werden anderen "da draußen" eine Lehre sein.

"Gott" lernt. Und "er" lernt durch uns. Also versaut's nicht, ihr Himmelhunde.

Kommentare:

  1. Danke, Mirko, ich erfahre immer viel Erweiterung über deinen blog - meist lese ich alles englisch oder spanisch und deine Informationen sind für den deutschen Sprachraum sehr wichtig und ergänzend.

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    1. Vielen Dank für Dein ermutigendes Feedback, Eva. Es kam gerade zur rechten Zeit.

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